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Hügel der blutigen Augen

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Der Mensch ist des Menschen...

Hügel der blutigen Augen Kritik

Hügel der blutigen Augen Kritik
8 Kommentare - 12.01.2019 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio, wie gut "Hügel der blutigen Augen" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Familie Carter ist mit dem Wohnmobil auf dem Weg in den Urlaub, da wird Papa Bob von einem tieffliegenden Düsenjet aufgeschreckt und fährt das Auto samt Anhänger in eine Grube. Nachdem er seinem Sohn Bobby eine Pistole überreicht, machen er und Schwiegersohn Doug sich in unterschiedliche Richtungen auf den Weg Hilfe zu suchen. Als sich die Familienhunde losreißen und Bobby sie sucht, muss er feststellen, dass draußen in der Wüste eine Gruppe Irrer haust, die es auf Familie Carter abgesehen hat. Bald entpuppt sich die Nacht als Martyrium, das nicht jeder lebendig überstehen wird...

Wes Craven machte 1972 mit dem berüchtigten Rape/Revenge-Reißer „The Last House on the Left“ auf sich aufmerksam. Der ehemalige Universitätsdozent Craven bezog sich in seinem (Mach-)Werk auf Ingmar Bergmanns „Die Jungfrauenquelle“, die sich wiederum auf eine alte Sage bezogen hat. Auch „The Hills Have Eyes“ geht auf keine originäre Idee Cravens zurück, vielmehr ließ er sich von der Sawney Bean-Familie inspirieren, die im 15. Jahrhundert in Schottland Reisenden auflauerte und diese verspeiste. Zusätzlich führte Craven seine gesellschaftskritische Linie fort: kritisierte er in „The Last House on the Left“ noch den Vietnamkrieg und dessen entmenschlichende Natur, ist die Mutantenfamilie um Vater Jupiter ein Ergebnis der Atombombentests in der Wüste Nevadas.

Zuerst zum Positiven: „The Hills Have Eyes“ ist ein wunderbar aussehender Film. Die grobkörnigen Bilder verleihen dem Film eine dokumentarische Unmittelbarkeit, die den Leiden der Familie Carter eine unangenehme Greifbarkeit verschafft. Auch thematisch scheint unter der Oberfläche des Filmes einiges abzugehen, allen voran der Kampf zwischen Zivilisation und Wildnis. Diese Dualität wird durch die beiden Familienhunde Beauty und Beast ausgedrückt, von denen Beauty der Kannibalenfamilie zum Opfer fällt. Die Stoßrichtung könnte nicht klarer sein, im unzivilisierten Kampf ums Überleben ist für Schönheit kein Platz. Craven geht es um den graduellen Abstieg der Carters in die Barbarei, die, nimmt man ihnen die Vorzüge der Zivilisation, im Kampf ums Überleben zu den gleichen Gewalttaten fähig sind wie die Mutanten.

Indem Craven die Handlung aber aus dem Schottland des 15. Jahrhunderts ins Nevada der (relativen) Gegenwart gepackt hat, verkommt seine Mutantenfamilie aber zu einem Bild mit bedenklichen politischen Implikationen. Es fällt schwer, den Film nicht als Version der Eroberung des Wilden Westens zu lesen. Familie Carter sind die Siedler auf dem Weg gen Westen (das Urlaubsziel ist Kalifornien), aus dem Kombi mit Wohnwagenanhänger wird das Pferdegespann mit Planwagen und aus den Mutanten werden Indianer. Das wäre insoweit nicht verwerflich, würde Craven den Konflikt nuanciert vortragen können. Doch dem verwehrt er sich, die Carters sind Zufallsopfer, die Mutanten um Jupiter wiederum eine Ansammlung von Barbarenklischees, die jedem Western wahrscheinlich peinlich wären: in Tierfelle gekleidet, mit Zähnen geschmückt, fressen sie Hunde und Menschen, vergewaltigen und morden des Spaßes wegen, stehlen Babys – kurzum, sie sind das perfekte Feindbild für ein städtisches Publikum, das sich vordergründig vom rückschrittigen Western entfernt hat, aber immer noch die gleichen Feindbilder sehen will.

Problematisch gestaltet sich zusätzlich, dass Craven eine Rollenverteilung gewählt hat, die man wohlwollend als altmodisch bezeichnen könnte, weniger wohlwollend fällt einem jedoch nur das Wort „Sexistisch“ ein: während die Männer im Angesicht der Gefahr zu stoischen Maschinen werden, verwandeln sich die Frauen in hysterische Heulbojen, deren Gekreische an der Geduld des Zuschauers kratzt. Das verwundert bei Craven durchaus, hat er später mit Nancy in „Nightmare – Mörderische Träume“ und Sidney aus „Scream“ durchaus zwei der besseren Final Girls auf Zelluloid gebannt. Anscheinend ist im Kampf ums Überleben einzig die maskuline Aggressivität in der Lage, zu einem positiven Ergebnis zu führen. Man könnte Cravens plötzlichen Cut am Ende zwar als Unhappy End lesen, aber Schwiegersohn Doug wird zu sehr gerechtfertigt in seinen Taten, als das dies eine wirklich valide Interpretation abgäbe.

Inszenatorisch zeigt „The Hills Have Eyes“ auch nicht, welch Publikumsschreck Craven noch werden sollte. Der Film ist zwar, wie bereits erwähnt, sehr schön anzusehen, macht aber nicht viel her. Cravens Spannungssequenzen sind träge, Angst und Schrecken bleiben aus. Die Darsteller sind zumindest alle gut aufgelegt, die Mutantenbande chargiert, als ginge es um ihr Leben, da hat der geneigte Zuschauer seinen Spaß.

Zwar hat „The Hills Have Eyes“ durchaus den Ruf eines Klassikers, aber einen besonders guten Film hat Wes Craven hier nicht unbedingt gedreht. Für Komplettisten und Fans von Backwoodhorror interessant, mehr allerdings auch nicht.

Hügel der blutigen Augen Bewertung
Bewertung des Films
510
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8 Kommentare
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
12.01.2019 20:36 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 419 | Reviews: 12 | Hüte: 31

Danke die Herren... Und die Dame smile

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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ELanchester : : Moviejones-Fan
12.01.2019 18:18 Uhr
0
Dabei seit: 12.12.18 | Posts: 14 | Reviews: 3 | Hüte: 2

@ MB80:

"Schön" ist wie immer subjektiv, aber wo die Ästhetik des Orginals über viele der Schwächen (besonders in der Charakterisieung der Erwachsenen) hinwegtröstet, trifft das Remake nicht so meinen Geschmack. Ansonsten kann ich ZSSnake nur zustimmen - unangenehm ist es auf jeden Fall.

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
12.01.2019 16:06 Uhr | Editiert am 12.01.2019 - 16:08 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.448 | Reviews: 141 | Hüte: 368

@ MB80:

Ajas Remake ist sehr hart und beinahe nihilistisch in seiner Bewertung menschlichen Lebens. Die Atom-Mutanten-Idee steht hier in vielerlei Hinsicht im Zentrum, allerdings fühlt sich die Kannibalenfamilie hier zu jedem Zeitpunkt wie der knallharte Spiegel der amerikanischen Gesellschaft an. Die "normale" Familie parkt quasi in deren "Vorgarten" und wird mit jeder erdenklichen Form von Gewalt von dort vertrieben. Zum Ende hin dreht der nach und nach die Opferrolle weiter um, ohne dabei jedoch einer Seite "Recht" zu geben, da beide Positionen irgendwie gerechtfertigt sind.

Die gesamte Idee um das Atomtestgelände als "Zuhause" der Hinterwäldler ist halt so aufgezogen, dass die letztlich nur ihre Ruhe wollen, dort in Frieden leben und sich trotzdem heftig wehren, wenn jemand eindringt. Dabei ist der aber auch auf allen Ebenen so ein Film, der sich durchgehend RICHTIG unangenehm anfühlt und einen am Ende mit ner großen Portion Pessimismus rauswirft. Ein Film ohne Gewinner, weil es kein Konflikt ist, in dem es "richtig" oder "falsch" gibt, sondern einer in dem alle Parteien irgendwo im Grau unterwegs sind. Ich hab ihn ne Weile nicht gesehen, weil der Film eben so unangenehm ist, aber Aja ist hier schon echt n Brett gelungen.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
12.01.2019 16:00 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.078 | Reviews: 44 | Hüte: 98

MB80:

Ich mag das Remake lieber als das Original, Aja hat sich da mal richtig ausgekotzt. Aber ich müsste das auch nochmal sehen.

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
12.01.2019 15:56 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 419 | Reviews: 12 | Hüte: 31

Silencio:

"Hm, jedes Büchlein zum Thema Horror, das was auf sich hält, erwähnt den eigentlich."

Wie gesagt, "Casual" wink Aber TCM wird regelmäßig noch in aktuellen Reviews erwähnt, der hier (gefühlt) nicht, obwohl ich natürlich auch nicht alle Reviews mit ner Strichliste durchgehe...

"Doku Stil mit Handkamera etc. war ja in den 70ern ganz in, die grobkörnigen Bilder lassen sich bei TCM und HHE wohl eher auf das Budget (billiges Filmmaterial) zurückführen."

Ging mir so durch den Kopf, ist natürlich möglich dass die oberflächlichen (nur darauf wollte ich auch raus) Gemeinsamkeiten einfach dem geschuldet sind, dass man mit dem begrenzten Budget das beste/interessanteste rausgeholt hat.

Mal in die Runde: wie ist das Remake? Ich kenne genau eine Person die den "gesehen" hat, und die ist nach ner halbe Stunde raus weil er ihr zu kacke war...

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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Silencio : : Moviejones-Fan
12.01.2019 15:41 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.078 | Reviews: 44 | Hüte: 98

MB80:

Hm, jedes Büchlein zum Thema Horror, das was auf sich hält, erwähnt den eigentlich. Ist im Craven`schen Schaffen nicht unbedingt der meistdiskutierte (das ist natürlich "Deadly Friend", an den sich jeder erinnert...), aber zählt schon zu seinen "Klassikern".

"Zu der dokumatarstil Kamera, dass liest sich als wäre er von Texas Chainsaw Massacre beeinflusst gewesen. Würde nicht verwundern."

Hrm. Ja und nein? Doku Stil mit Handkamera etc. war ja in den 70ern ganz in, die grobkörnigen Bilder lassen sich bei TCM und HHE wohl eher auf das Budget (billiges Filmmaterial) zurückführen. Die werden zwar immer zusammengerafft, aber ich finde da eigentlich wenig Gemeinsamkeiten, die über oberflächliches hinausgehen.

"Das liest sich irgendwie nach "Failure of intend", als ob Craven das eine wollte und aus Versehen das andere bewirkt hätte."

Öhm... ich muss ehrlich gestehen, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, mit der Review dem thematischen Unterbau nicht ganz gerecht geworden zu sein. Ich geh schon davon aus, dass Craven eine direkte Linie von der Eroberung des Westens zu heutiger Zivilisation ziehen wollte, die Westerngeschichten waren ja in den 50ern und 60ern so beliebt, weil sie eine gewisse gesellschaftliche Relevanz hatte. Mir passt nur nicht, wo er auskommt. Und ich habe vollkommen außen vorgelassen, dass er sich auch damit auseinandersetzt, wie die Familieneinhalt gesellschaftlich zerfällt etc. pp. Könnte durchaus sein, dass ich dazu mal eine Ergänzung schreibe, weiß ich aber noch nicht...

ZSSnake:

Ne, ich hab tatsächlich einfach vergessen, die Bewertung einzustellen, bevor ich das Teil gepostet habe.

Ich halte den auch nicht für dumm, ich denke nur, dass ihm schneller mal Filme entglitten sind, als das eben bei Carpenter der Fall war. Sofern man die Ängste, die HHE verarbeitet, teilt, mag der einen auch ein bisschen mehr vom Hocker hauen, mag ich gar icht bezweifeln.

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
12.01.2019 15:26 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.448 | Reviews: 141 | Hüte: 368

@ Silencio:

Schöne Kritik aus der gut die Vorzüge und inbesondere Probleme von dem Streifen hervorgehen. Ist die 1/10 intendiert? Die Review liest sich doch eher nach was in Richtung leicht unterdurchschnittlich und nicht derartig vernichtend. So oder so - Craven ist halt kein Carpenter und offenbar fing sein "Hit and Miss"-Ding schon früh an. Wobei ich auch sagen muss, dass bei ihm abseits von "seinen" Nightmares und Scream 1, 2 und 4 (der dritte war ziemlich miserabel, dem vierten tat die lange Pause sehr gut, auch wenn er ja unmittelbar davor noch den grausigen My Soul to take verbrochen hatte) eigentlich garnicht SO viel sehenswertes dazwischen zu sein scheint.

Trotzdem scheint er durchaus ein intelligenter Mann gewesen zu sein.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
12.01.2019 14:55 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 419 | Reviews: 12 | Hüte: 31

Silencio:

Da trennt sich der Horror-Fan vom "Casual". Hills have Eyes ist bei mir so im Hinterkopf, aber man liest inzwischen wenig zu dem Film, also... nicht auf meiner Liste.

Zu der dokumatarstil Kamera, dass liest sich als wäre er von Texas Chainsaw Massacre beeinflusst gewesen. Würde nicht verwundern.

"Zusätzlich führte Craven seine gesellschaftskritische Linie fort: [...], ist die Mutantenfamilie um Vater Jupiter ein Ergebnis der Atombombentests in der Wüste Nevadas.

[...]

Es fällt schwer, den Film nicht als Version der Eroberung des Wilden Westens zu lesen. Familie Carter sind die Siedler auf dem Weg gen Westen (das Urlaubsziel ist Kalifornien), aus dem Kombi mit Wohnwagenanhänger wird das Pferdegespann mit Planwagen und aus den Mutanten werden Indianer."

Das liest sich irgendwie nach "Failure of intend", als ob Craven das eine wollte und aus Versehen das andere bewirkt hätte.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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