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Die Vögel

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Vogelfrei, ein Phänomen...

Die Vögel Kritik

Die Vögel Kritik
2 Kommentare - 08.01.2019 von CINEAST
In dieser Userkritik verrät euch CINEAST, wie gut "Die Vögel" ist.

Bewertung: 4 / 5

Einführung:

Ich hatte eigentlich nur vor einen weiteren Tagebucheintrag zu schreiben, fand es aber gerade ganz spannend mir einen etwas detaillierteren Vermerk zu machen, da ich in naher Zukunft vorhabe mir ausgewählte Hitchcock-Filme als Erstsichtung zu Gemüte zu führen (Ja, ich weiß… :-) ). Wie zeitnah das Ganze dann umgesetzt wird, ist eine andere Frage… Da ich mir den Überraschungseffekt natürlich nicht nehmen lassen möchte, lese ich mich daher nur sehr filmspezifisch in die Hintergründe ein. Seht es daher weniger als vollwertige Kritik und mehr als ausführlichere Meinungsäußerung.

Auch wenn ich durch mehrere Filmpodcasts, Bücher und Interviews etc. bereits ein sehr genaues Bild über das Werk und Schaffen von Alfred Hitchcock bekommen habe, ist es mir dennoch gelungen, mir noch keinen seiner Filme im Ganzen anzuschauen. Das sollte sich nun ändern. Das ich ausgerechnet mit Die Vögel begonnen habe, hat keinen weiteren nennenswerten Grund, mir war einfach danach. Vielleicht war es auch die Übergangslösung um die Zeit zu überbrücken, bis ich endlich endlich meinen All-Time-1-Rang-Blacklist-Film Das Fenster zum Hof ungestört auf BluRay sichten kann…Kinder… .

Inhalt:

Der Anwalt Mitchell "Mitch" Brenner (Rod Taylor) trifft in einem Zoofachgeschäft in San Francisco auf die attraktive und selbstbewusste Millionärstochter Melanie Daniels (Tippi Hedren). In Folge eines harmlosen Streichs seinerseits fühlt sich Melanie aufgrund seiner sarkastischen Art herausgefordert ihm in seinen Heimatort, den Küstenort Bodega Bay zu folgen. Anfangs überrascht von ihrem Erscheinen verbringen die beiden in Folge eines kleinen Vorfalls mehr Zeit miteinander, sie lernt unter anderem Mitchs Familie in Form von der mysteriösen zurückhaltenden Mutter und seiner kleinen Schwester kennen. Unterdessen mehren sich die unerklärlichen Vorkommnisse in dem kleinen Küstenörtchen..

Kritik:

Die Vögel (The Birds) aus dem Jahre 1963, ist Alfred Hitchcocks 48. Spielfilm und basiert lose auf einer Kurzgeschichte aus dem Jahre 1952. Laut allgemeinen Tenor begründet dieser Film das Ende der großen Hitchcock-Ära bevor er mit Marnie bei Publikum und Kritikern gleichermaßen durchgefallen ist und mit Ausnahme seines letzten Filmes Familiengrab nicht mehr an seine alten Glanzzeiten anknüpfen konnte.

Wenn man Die Vögel 56 Jahre nach Erscheinen das erste Mal anschaut, tut man natürlich gut daran ihn zeitgeschichtlich entsprechend einzuordnen und auch so zu bewerten. Angenehmerweise musste ich mich beim Schauen gar nicht großartig an die damaligen Sehgewohnheiten gewöhnen (was bei anderen Filmen aus dieser Zeit durchaus schon der Fall war), der Film funktioniert für mich auch heute noch wunderbar als künstlerisch-anspruchsvolles Drama mit Horrorelementen. Gerade die Kreativität in Bezug auf die Bildgestaltung und Umsetzung tricktechnisch aufwendiger Szenen hat mich in vielerlei Hinsicht mehrfach, schwer begeistert. Man kommt nicht umhin sich zu fragen, wieso es ein fast 60 Jahre alter Streifen schafft realistischere Schreckensszenarien bildlich herzustellen, als es modernste Technik in manch aktuellen (Horror-)Filmen zu schaffen vermag.

Ein Horrorfilm, der gänzlich (allein ein Kinderchor und ein Klavierspiel tauchen als Musikquellen auf) auf Musik verzichtet und sich allein auf die Kraft der Bilder und die Komposition aus Szenenbild, Geräuschkulisse und Kameraarbeit verlässt, ist für sich genommen schon eine unheimlich spannende Grundprämisse, wenn dann unter der Oberfläche noch einige spannende (wenn auch nicht gänzlich unerwartete) Sub-Themen auf der Metaebene verhandelt werden, macht das einen Film schon zu einer sehr interessanten Angelegenheit.

Der Film beginnt mit dem sehr amüsanten Aufeinandertreffen der beiden Hauptfiguren und nimmt sich anschließend viel Zeit um dem Zuschauer die Charaktere, den Handlungsort und vor allem die allgemeine Atmosphäre der Filmwelt nahe zu bringen. Im Hintergrund wird währenddessen sehr dezent auf den vermeintlichen Hauptzwist des Filmes hingearbeitet, wobei gerade die unscheinbare Einführung und die vielen kleinen Nebenschauplätze dem Film ihre Tiefe und filmgeschichtliche Bedeutung geben, ohne die man ihn zwangsläufig auch als technisch gut inszenierten Creature-Horrorfilm abstempeln könnte.

Im Gegenteil, in jeder Szene hat man das Gefühl, dass Hitchcock jeden Kameraschwenk, jeden Bildausschnitt und jeden Schnitt bis auf den letzten Zentimeter auf Perfektion getrimmt hat. Allein schon die wenigen eingestreuten, nahezu statischen, Landschaftsaufnahmen erzeugen eine Atmosphäre die teilweise nicht mal von den heute gängigen High-End Luftaufnahmen, von an sich wunderschönen Landschaften, erreicht wird. Hier stimmt das Gefühl für den Moment zu jeder Zeit.

Sinnbildlich dafür ist eine Sequenz über der der Begriff "Suspense" in Großbuchstaben stehen könnte. Hitchcock reichen drei verschiedene Kameraperspektiven und ein Gespür für Zeit, um ohne Ton eine unfassbare Spannung aufzubauen. Tippi Hedren muss als einzige menschliche Protagonistin in dieser Szene nichts weiter tun, als wartend auf einer Parkbank zu sitzen. Großes Kino.

Das die Hauptfiguren für sich genommen keine besonders komplexen Figuren darstellen und der eigentliche Filmplot auch nicht unbedingt einen Drehbuch-Oscar verdient hätte, tut dem Film zu keiner Zeit weh, weil die übergeordnete Handlung und Atmosphäre des Films davon unberührt bleiben. Auch wenn wir uns hier noch fernab von lyncheresken Deutungsspielereien befinden, ist es doch schön zu sehen wie unter der eigentlich recht simplen Natur des Films mehrere weltgeschichtliche und philosophische Themen zum Vorschein kommen, auch wenn Hitchcock selbst sich nie zu konkreten Aussagen, eventueller Subthemen oder Deutungsmöglichkeiten (z.B. bezüglich des Filmendes) hat hinreißen lassen.

Zusammengenommen war es ein sehr spannender und interessanter Einstieg in die Materie für mich, die ich viel zu lange vor mir her geschoben habe und die darauf wartet weiter erkundet zu werden.

Es wäre natürlich noch spannend zu erfahren, ob hier unter den Usern eventuell noch ein paar glühende Hitchcock-Anhänger schlummern, die vielleicht auch noch 1-2 Personal Favorites unter seinen Filmen in den Ring schmeißen könnten, als Anreiz für mich, mir diese ebenfalls anzuschauen. Meine Must-See-Liste ist erweiterbar.. ;-)

Die Vögel Bewertung
Bewertung des Films
810
DVD & Blu-ray
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2 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
09.01.2019 10:19 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.696 | Reviews: 148 | Hüte: 341

Ich kenne noch nicht allzu viel von Hitchcock, habe "Die Vögel" aber ebenfalls als großartigen Horrorfilm in Erinnerung.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
09.01.2019 09:56 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.329 | Reviews: 37 | Hüte: 209

Schöne Kritik, wir hatten hier schon diverse Diskussionen bzgl Must-Sees von Hitchcock und wem welche Filme besonders gefallen. Da ich nicht so ein fotografisches Gedächtnis bzgl solcher Gespräche habe, dies aber bei luhp vermute, vielleicht kann er dir nochmal sagen, wo diese Diskussionen waren?

Zum Film selbst: Ich würde ihn definitiv in die Hitchcock-Oberklasse verorten, sicher er hat die typischen Hitchcock-Manierismen, unter anderem zum Beispiel, dass sich ein paar Leute erklärend in einer öffentlichen Einrichtung (Cafe, Restaurant, Diner, Pub oder ähnliches) wieder finden, um dem Zuschauer oberlehrerhaft etwas beizubringen, aber das liegt wohl auch daran, dass es damals andere Zeiten waren und das einem schon hilft, mitgenommen zu werden. Ganz unabhängig davon, dass diese Szene hier sehr gut dafür benutzt wird, die ohnehin schon sehr unheilvolle Stimmung weiter anzufeuern. Unabhängig davon ist der Film perfekt in Szene gesetzt und hat ein für damalige Verhältnisse phänomenales Ende, welches nicht umsonst in die Popkulturgeschichte eingegangen ist. Von mir gäbe es 9 Punkte.

Noch ein letztes Wort zu seinen Filmen, die nach den Vögeln kamen: Da gibt es tatsächlich mit Marnie, den ich übrigens für eine eigene ganz schlechte Psychotherapie Hitchcocks halte, der damit sich selbst besser dastehen lassen wollte, als er es tatsächlich war (der alte stalkende Lustmolch), und Frenzy zumindest diskussionswürdige Filme, aber Topas und der zerissene Vorhang sind schon mal ganz andere Kaliber, die völlig zu Unrecht ein bißchen untergegangen sind.

Dünyayi Kurtaran Adam
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